2025
975 Jahre Nürnberg
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Nürnbergs Schaufenster in die Welt

© Heiko Stahl

Die NürnbergMesse gilt heute als eine der 15 größten Messegesellschaften – und als Botschafter für ein weltoffenes, prosperierendes Nürnberg.

Die Aufgabenbereiche spannen sich von klassischen Ämtern wie Jugendamt oder Bürgeramt bis hin zu spezialisierten Bereichen wie der Stabstelle Menschenrechtsbüro oder der digitalen Stadtentwicklung. Auch Kulturbetriebe wie das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände oder das Albrecht-Dürer-Haus gehören zur Stadt, das Staatstheater Nürnberg gehört in Teilen zur kommunalen Trägerschaft.


Nürnberg spielt – seit Jahrhunderten

Zum berühmten „Nürnberger Tand“ gehörte das Spielzeug. Dessen Herstellung – angefangen bei Puppen aus Ton – lässt sich hier über 600 Jahre zurückverfolgen. So erstaunt es nicht, dass die Internationale Spielwarenmesse ab 1950 in der „Spielzeugstadt“ stattfindet. Die besondere Rolle der Spielwarenindustrie in Nürnberg war mitentscheidend für die Standortwahl der Spielwarenmesse nach dem Weltkrieg. Die Entwicklung des Messestandorts Nürnberg ist ohne den Einfluss der Spielwarenmesse kaum denkbar. Sie war ein Treiber dafür, dass Nürnberg ein Messegelände und eine eigene Messegesellschaft erhielt: Ihr Erfolg forderte immer mehr Ausstellungsfläche.


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In nur zwei Jahren gebaut

So entschied sich die Stadt Anfang der 1970er-Jahre für den Bau eines neuen Messegeländes im Stadtteil Langwasser. Die Bauzeit betrug zwei Jahre: Bereits im Februar 1973 konnte die Spielwarenmesse erstmals die neuen Hallen mieten. Als Nürnberger Messe- und Ausstellungsgesellschaft mbH (NMA) wurde die heutige NürnbergMesse am 5. April 1974 ins Handelsregister eingetragen. Es war der entscheidende Schritt zum erfolgreichen Veranstalter und Gastgeber.


Gutes Gespür für Trends

Nach schwierigen Anfangsjahren etablierte sich der Neuling in der Branche als innovationsfreudiger und engagierter Player. Entscheidend waren ein untrügliches Gespür für Trends und das Potenzial von Nischenthemen. Kongress- und Tagungsräume wurden zum Schlüssel für das Gewinnen von großen Veranstaltungen wie der Jagd- und Sportwaffenmesse IWA sowie späteren Branchenleitmessen wie BrauBeviale, Chillventa oder GaLaBau.

Die erfolgreiche Ausrichtung auf Fachthemen sorgte ab den 1990er-Jahren für rasantes Wachstum. Bestes Beispiel dafür ist die BIOFACH, die sich zur Weltleitmesse einer boomenden Biobranche und zum Exportschlager der NürnbergMesse auf anderen Kontinenten entwickelte. Die Wachstumsschübe jener Zeit hoben die NürnbergMesse zu neuer Bedeutung mit internationalem Anspruch. 2006 wurde mit der NürnbergMesse China die erste Tochtergesellschaft außerhalb Deutschlands gegründet, es folgten fünf weitere: USA, Brasilien, Italien, Indien und Griechenland. 


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Schub für die Digitalisierung

Dem steilen Wachstum wurde 2020 mit der Corona-Pandemie ein jäher Stopp verordnet. Sämtliche Veranstaltungen mussten abgesagt werden, der Umsatz brach um rund zwei Drittel ein. Das Unternehmen steuerte mit Sparmaßnahmen durch die Krise. Doch keine Krise ohne Chancen: Die Pandemie gab den Anstoß für die Forcierung digitaler Plattformen und Online-Events. Prozesse wurden digitalisiert und digitale Geschäftsmodelle entwickelt, eine leistungsfähige technische Infrastruktur wurde aufgebaut. Die Chancen der digitalen Transformation werden heute für die eigenen Geschäftsmodelle genutzt. Im Jahr 2024 feierte die NürnbergMesse ihren 50. Geburtstag mit einem Rekordumsatz.


Nachhaltig erfolgreich

Heute zählt die NürnbergMesse zu den großen Aktivposten in der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Nürnberg und der Metropolregion. „Den Rückenwind aus dem sehr erfolgreichen Jubiläumsjahr nutzen wir für gezielte Investitionen in unser Messegelände, in unser weltweites Veranstaltungs-Portfolio sowie unsere IT- und KI-Fähigkeiten“, erklärt Peter Ottmann, CEO NürnbergMesse Group.

Besonders am Herzen liegt den Verantwortlichen der NürnbergMesse mit den beiden Hauptgesellschaftern Land Bayern und Stadt Nürnberg (je 49,969 Prozent der Anteile) die Nachhaltigkeit aller Aktivitäten. Dazu zählt, die eigene Photovoltaikanlage. Der im Messezentrum produzierte Solarstrom wird unter anderem für aktuell 119 E-Ladepunkte verwendet, von denen 68 in diesem Jahr neu errichtet wurden. Weitere 60 Ladepunkte sollen 2025 folgen. Damit ist die NürnbergMesse einer der Vorreiter in Sachen E-Ladeinfrastruktur im Vergleich zu anderen deutschen Messestandorten.


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Zu den baulichen Highlights zählt die energetische Sanierung und Modernisierung des neuen Mitarbeitergebäudes „NXT74“ bis zum Frühjahr 2026. Hier entstehen neue Arbeitswelten – übrigens an genau dem Ort, wo 1974 alles begann. Und in einem Stadtquartier, in dem Nürnberg in den nächsten Jahren große Pläne hat.

Ralf Birke